Über uns …

Das „Aktionsbündnis Lebendige Ilmenau“ ist ein überörtlicher Zusammenschluss von Privatpersonen, Vereinen und Institutionen, der ursprünglich 2004 im Zusammenhang mit der Kampagne „Lebendige Flüsse“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegründet wurde.

Ziel des Aktionsbündnisses ist die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Ilmenau und Ihrer Nebengewässer. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herstellung der Fließgewässerdurchgängigkeit im Flussgebiet der Ilmenau. Große Abschnitte der Gewässer liegen in geschützten Gebieten, wie dem FFH-Gebiet 071 Ilmenau mit Nebenbächen, und sind für den Arten- und Naturschutz von überragender Bedeutung.

Durch die Höhenzüge der Lüneburger Heide und weitgehende Verschonung der Ilmenau von Begradigungen im Mittel- und Oberlauf konnte ein Naturraum erhalten werden, der an anderen Orten unwiederbringlich verloren gegangen ist. In der Fachsprache der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser LAWA wird dieser als kiesgeprägter Tieflandfluss (Typ 17) bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Kiesgeprägter_Tieflandfluss). Davon gibt es in Norddeutschland nur die Ilmenau mit ihren Nebenbächen und Abschnitte der Warnow und Nebel in Mecklenburg Vorpommern.

Was bedeutet das konkret? Die Ilmenau ist einer der artenreichsten Nebenflüsse der Elbe und besitzt auf ihrer Länge von knapp 100 km alle Fischregionen, die in anderen Teilen Deutschlands üblicherweise viel weiter auseinanderliegen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Fischregion) Für wandernde Fischarten und Kleinstlebewesen ist dies ein Potential, das kaum zu überschätzen ist und bis auf wenige Ausnahmen in unserer Landschaft nicht mehr vorkommt. Dazu kommt eine lebendige Aue mit Auwäldern, Galeriewald, Hochstaudenfluren und artenreichem Grünland, welche für den Wasserrückhalt, die Grundwasserneubildung und die Kohlenstoffspeicherung besonders wichtig ist.

Doch es gibt erhebliche Wermutstropfen. Zielsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie ist ein „guter ökologischer Zustand“ in allen Gewässern der Europäischen Union – und das spätestens bis 2027. Dieses Ziel wird nicht nur in Deutschland um Längen verfehlt. Auch die Ilmenau und ihre Nebenbäche weisen hier noch erhebliche Mängel auf.

Für Wanderfische wie Forelle, Lachs, Äsche und Neunauge, deren natürlicher Lebenszyklus beispielsweise auf den Kiesbänken der oberen Ilmenau beginnt und nach einem mehrjährigem Aufwachsen in Nordsee und Atlantik auch dort wieder enden würde, ist der Weg zurück durch die Wehre der Abts- und Ratsmühle in Lüneburg sowie der Medinger Mühle versperrt. Auch die Nadelwehre in Fahrenholz, Wittorf und Bardowick sind nur stark
eingeschränkt durchgängig. Diese genannten und andere Fische können dadurch ihr natürliches Laichhabitat nicht wieder erreichen. Weitere seltene Tier- und Pflanzenarten wie z.B.  Fischotter, Große Moos­- und Grüne Flussjungfer sowie  Bach- und Flussperlmuschel, die in der Ilmenau und ihren Nebenbächen ihre natürlichen Lebensräume haben, sind durch die fehlende Durchgängigkeit, Nutzungen am und im Gewässer und zum Teil monotone Sohl- und Uferstrukturen ebenfalls beeinträchtigt. Dies wollen wir in Zusammenarbeit mit allen engagierten Gruppen, ob Privatperson, Verein oder interessierte Firma, ändern. Durch Unterstützung bei der Beseitigung von Wanderhindernissen, der Verbesserung der Gewässermorphologie, Entwicklung von Sekundärauen und der Gestaltung von naturnahen, aber auch erlebenswerten Ufern im urbanen und ländlichen Raum. Den Aktivitäten sind dabei prinzipiell keine Grenzen gesetzt. Gute Ideen sind immer willkommen und können neben der Renaturierung auch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung umfassen.